2009 Paris

Das Hotel habe ich schon einmal gebucht. Die Zugtickets kann man noch nicht bestellen, erst 3 Monate vor Reisebeginn. Also frage ich Anfang Mai wieder nach. RE Süd – Köln – Paris und retour. Wir wollen von Köln mit dem Thaly fahren, da sind wir in 4 Stunden in Paris.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Anreise
Unser Ziel: Hotel Le Patio St. Antoine, 289 Rue du Faubourg Saint Antoine, 75011 Paris

Um 4:30 Uhr ging der Wecker, aufstehen, waschen, anziehen, früh frühstücken. Das Taxi Oma Traudel/Mama brachte uns zum Bahnhof Süd. Um 5:55 Uhr ging es mit der Regionalbahn nach Essen. Von Essen aus ging es mit einem ICE bis nach Köln. Hier sollte, direkt auf dem gegenüber liegenden Gleis, der Thaly los fahren. Die Strecke Köln – Paris/Gare du Nord ist nach ca. 4 Stunden bewältigt. Unser Zug kam mit 5 minütiger Verspätung in Paris an.

Hier strömte alles, teilweise in wilder Hast, Richtung Ausgang bzw. zur Metrostation. Wir orientierten uns kurz und beschlossen mit der Metro No. 5 bis zur Bastille zu fahren und von dort aus die Rue du Faubourg Saint Antoine entlang zu laufen, da wir nicht wussten wie weit weg unser Hotel war.

Wie blöd! Das Hotel lag fast am Ende dieser endlos langen Straße. Melissa und ich hatten Schwielen an den Händen vom Trolley ziehen. Bis zum Hotel waren wir nass geschwitzt und sahen gar nicht mehr wie relaxte Paris Urlauber aus.

Unser Zimmer lag im 5. Stock. Ich fand es etwas klein für zwei Personen und 6 Übernachtungen. Aber es war sauber, hatte eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank und ein Klimagerät, was das erreichen meiner Bettseite zu einer kleinen Ballettaufführung machte.

Ich musste mich erst einmal aufs Bett legen, zuvor warf ich noch die Klimaanlage an um dann zu Ende zu transpirieren.

Nachdem wir uns etwas ausgeruht und erfrischt hatten, beschlossen wir unsere nähere Umgebung in Augenschein zu nehmen und etwas zu essen.

Zu Fuß machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Bastille. Wir hatten zuvor ein kleines Restaurant gesehen, welches wir beide sehr nett fanden. Ich liebe diese kleinen Bars. Von hier aus kann man das Leben der Stadt beobachten.

An einem Tabac Laden hatte Melissa ihren ersten Auftritt. Wir erstanden ein 10er Paket Einzelfahrkarten. Das Metro Ticket kostet 1,60 Euro.

Unter der Rue du Faubourg Saint Antoine fuhr die Metro No. 8. Mit dieser fuhren wir von der Station Faidherbe Chaligny bis zur Station Invalides auf der anderen Seine Seite.

Wir schlenderten über die Brücke Pont Alexandre III bis zum Petit Palais. Wir nutzten das kleine Örtchen im kleinen Palast um anschließend, sehr erleichtert, Richtung Invaliden Dom zu gehen. Hier ruht Napoleon.

Unser „Abendbrot“ nahmen wir bei der „Brünetten Dame“ ein, die direkt vor dem Hotel ihr kleines Restaurant betreibt. Um 23 Uhr lagen wir im Bett. Leicht übermüdet, aber schon mit einer Menge neuer Eindrücke.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Kreuzfahrt
8:30 Uhr duschen, so was nennt sich Urlaub!
Um halb zehn ging es Richtung Frühstückraum. Kaffee für mich und Wasser für Melissa. Zwergen-Crossaints und Baguette-Stücke. Kurz gesagt kleines amerikanisches oder französisches Frühstück. Es reichte zur Sättigung.

Es hatte die ganze Nacht geregnet, doch als wir unser Hotel verließen schmunzelte die Sonne. Wir fuhren mit der Metro No. 8 bis zur Bastille. Hier konnte man umsteigen, wenn man vorher Kilometerlang durch die Metrostationskatakomben gelaufen ist. Wir wechselten in die No 1 und fuhren bis zum Louvre, Rivoli.
Da die Sonne lachte, beschlossen wir alle (Melissa und ich) eine Fahrt auf der Seine zu wagen und einen Besuch im Louvre für schlechtes Wetter aufzubewahren.

Die Schiffe fuhren vom Pont Neuf ab. Die „neue Brücke“ ist die älteste Brücke von Paris. Es war die erste Brücke auf der keine Häuser gebaut wurden.
Die Fahrt dauert ca. eine Stunde, die Sehenswürdigkeiten rechts, links und auf den Seine-Inseln wurden in Französisch und Englisch erklärt. Für Sprachbegabte wie mich, gab es beim einchecken eine kleine Broschüre in der die Strecke in Deutsch, Niederländisch, Schwedisch und Dänisch erklärt wurde.

Nach der Orientierungsfahrt sind wir auf der linken Seite – Seine Gauche – an einzelnen Ständen der Bouquiniste Richtung Notre Dame vorbei geschlendert.

Auf jeden Touristen, vor oder in Notre Dame kommt hier eine Taube. Wir wollten uns Notre Dame von innen ansehen. Der Touristenstrom riss uns mit. Um einen „ruhigen“ Platz zum verweilen und schauen zu finden, musste man sich diesem Strom widersetzen.
Wir umrundeten die Kirche noch von außen und genossen – kurz – eine Jazz-Session im angrenzenden Park. Als wir uns eine Bank gesucht hatten, um zu überlegen was wir nun tun wollen, fing es an zu regnen. So machten wir uns auf den Weg ins Hotel. Es war ca. 17:00 Uhr.

Freitag, 24. Juli 2009

Montmartre
oder „Der Tag der verlorenen Strickjacke“

Heute sind wir von der Metro Station am Place de la Nacion mit der Metro No. 2 nach Montmartre gefahren. Sacré-Coeur stand auf unserem Programm.

Hier liefen alle Touristenströme zusammen. Ein babylonisches Sprachwirrwarr machte sich auf den Weg, den Berg hoch und in die Kirche.

Zum Glück war das fotografieren in der Kirche verboten, auch wurde darauf geachtet, das die Besucher sich dem Ort entsprechend „benahmen“, wie z.B. Kopfbedeckungen abzusetzen. Als wir die Kirche betraten fanden sich die ersten zum bevorstehenden Gottesdienst zusammen. Nach unserem Rundgang begann die Messe, wir setzten uns für einige Zeit mit dazu.

Anschließend schlenderten wir durch die Gassen, ließen einen kitschigen Scherenschnitt von uns anfertigen und machten uns auf den Weg zurück zur Metrostation. Unterwegs aßen wir noch einen Crepe in einem kleinen Bistro. Melissa zog ihre Strickjacke aus und legte diese auf ihren Stuhl.
Von Sacré-Coeur aus machten wir uns auf den Weg zum Friedhof Pere Lachaise. Hier vermisste Melissa irgendwann ihre Strickjacke. Die lag wahrscheinlich immer noch auf dem Stuhl im Bistro zu Füßen von Sacré-Coeur.

Der Friedhof war riesig. Hier liegen weitaus mehr als nur eine Handvoll bekannter Größen. Wir waren am Grab von James Douglas Morrison. An der Ruhestätte von Oscar Wilde fing es an regnen, ach was, zu schütten. Wir drückten uns an die Wand eines Grabmales und warteten die erste Dusche ab. Anschließend statteten wir der letzten Ruhestätte von Edith Piaf noch einen Besuch ab und fuhren mit der Metro No. 3 zum HardRockCafe Paris und mit der No. 2 zurück zum Hotel.

Zum Abendessen machten wir uns um 19:00 Uhr auf den Weg.

Samstag, 25. Juli 2009

Eiffelturm und Tour Montparnasse
Über Paris: 56 und 59 Etage
Auf zum Eiffelturm! Mit der Metro No. 6 sind wir vom Place de la Nation los und an der École Militaire ausgestiegen. Über den Champ de Mars sind wir dann zum Eiffelturm spaziert.

Unter dem Eiffelturm war die Hölle los. Er ist der Touristenmagnet neben der Mona Lisa in Paris. Wahnsinnige Menschenschlangen schlängelten sich über den Platz. Wartezeiten für die Aufzüge von ca. 2 Stunden. Es gab eine kleine Schlange die relativ schnell durchgelassen wurde, hier kostete der Eintritt auch nur 3 Euro. Na klar. Die Leute wanden sich eine kleine Treppe empor. Nur was für durchtrainierte. Eine andere Möglichkeit wäre, man bucht mal schnell einen Tisch im Eiffelturm Restaurant. Und geniesst bei einem exzellenten Essen die Aussicht.

Melissa wahr nicht scharf darauf, auf den Turm zu kommen. Also schlug ich vor, das wir nach Montparnasse fahren sollten und dort vom Tour Montparnasse 56, einem Hochhaus mit 59 Etagen, aus einen Blick auf Paris zu werfen.
Die 56. Etage liegt auf 196 Meter, die Aussichtsterrasse kann man von dort über die letzten Etagen zu Fuss erreichen, über 200 Meter über den Boden.

Sonntag, 26. Juli 2009

Le Tour!
Die letzte Zieletappe der Tour de France: Montereau-Fault-Yonne – Paris Champs-Élysées
Ich habe den Po des Major Jaune und des Bergflo’s fotografiert.

Nach dem Frühstück machten wir uns wie gewohnt auf den Weg. Unser erstes Ziel war die Bastille. Dort wo die französische Revolution an den Toren einer Gefängnisburg entbrannte steht heute die Oper. Von hier aus schlenderten wir über den Markt Richtung Place des Vosges. Ein paar Straßen weiter stiegen wir wieder in den Pariser Untergrund hinab, um mit der Metro Richtung Louvre zu fahren.

Je näher wir der Rue de Rivoli kamen, desto voller wurde es. Schaulustige – wir wir – strömten Richtung Rennstrecke. An den Straßenrändern wurden noch die letzten Fan-Artikel angeboten. Gelbe, grüne und rot gepunktete Rennshirts, Fahnen, Käppies und vieles mehr.
Wir hatten Glück und hatten einen schönen Eckplatz ergattert. Nun hieß es warten und sich die Zeit vertreiben. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns nieder, an Sonnencreme hatte ich gar nicht gedacht, das konnte man auch später sehen! Doch bevor es wirklich losging fuhren verschiedene Polizeikonvois die Strecke ab. Weiße Motorradfahrer, blaue Motorradfahrer, zu zweit, zu viert und ganz viele. Dann ging es endlich los. Ein Werbekonvoi fuhr den Radrennfahrern voraus. Hatte etwas von Karneval, fanden wir.

Plötzlich brandete rechts und links der Rennstrecke Applaus auf und bevor wir uns versahen kam der erste Rennfahrer um die Ecke gebraust. Von den sechs Runden haben wir uns etwas mehr als zwei angesehen, danach zogen wir uns zurück. Melissa brauchte dringend ein Klo und was zu trinken und auch ich war über etwas Schatten hocherfreut.
Auf der Suche nach einem ruhigen Platz, weg von dem Tour de France Rummel fanden wir in einem kleinen Park eine Sitzgelegenheit um etwas zu trinken. Danach machten wir uns auf den Heimweg. Bevor wir zum Abendessen los gingen erholten wir uns noch bei einem kleinen Schläfchen.

Heute Abend kehrten wir bei unserem Lieblingsbistro ein. Das Old XX. Um 21 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg. Paris bei Nacht! Erst zum Eiffelturm, dann zum Arc de Triomphe, Place de la Concorde und zur Glaspyramide am Louvre. Nach 1:00 Uhr lagen wir dann, müde, aber mit vielen neuen und tollen Eindrücken im Bett.

Montag, 27. Juli 2009

Le Louvre, Les Halles, Centre Pompidou
Ups. Hier habe ich gar nichts mehr notiert. Die Faulheit des Schreiberleins.

Auf jedenfall sind wir erst zum Louvre gefahren, doch dieser Tag war regnerisch. Also stellte sich die Frage was wir unternehmen wollten. Museum oder shoppen. Wir entschlossen uns für einen Bummeltag. Richtung dem Pompidou Centerlagen Les Halles. Ein Einkaufszentrum das nicht in die Höhe gebaut wurde, sondern in die Tiefe. Melissa war begeistert! Die Tante erstand ein Shirt.

Weiter ging es Richtung Pompidou. An einem Imbissstand erstanden wir Nutella-Crepes die wir vor dem Centre Pompidou bei Sonnenschein verzerrten. Neben diesem Bauwerk gab es einen Brunnen mit Objekten von Niki de Saint Phalle. Mit der Metro ging es wieder Retour.

Dienstag, 28. Juli 2009

Marais und Heimfahrt
Nach dem Frühstück räumten wir das Zimmer und verstauten unsere Reisetaschen an der Rezeption.
Wir wollten noch einmal zur Bastille und uns im Stadtteil Marais umsehen, Falafel bei Sacha Finkelsztajn essen. Aber leider war das Geschäft in den Sommerferien geschlossen.

Wir holten unsere Sachen im Hotel ab und machten uns auf den Weg Richtung Gare du Nord. Nachdem wir herausgefunden hatten von welchem Gleis unser Zug abfahren sollte suchten wir nach einer Sitzgelegenheit. Gar nicht so einfach. Der Bahnhof war wie ein Ameisenhaufen. An einem kleinen Imbiss holten wir uns etwas zutrinken. Mit viel Glück bekamen wir am Bahnsteig einen Sitzplatz. Hier machten wir es uns gemütlich.

Von Paris bis Köln verlief die Fahrt ohne Probleme. In Köln gab es Zugverspätungen von mehr als einer Stunde. Wir beschlossen nicht auf unseren ICE zu warten und einen anderen Zug zu nehmen. Als wir endlich in Essen waren, war auch unser Anschlusszug nach Recklinghausen Süd weg. Der nächste ging wieder erst in einer Stunde. Es war schon spät, wir übermüdet und genervt. Also nahmen wir einen Zug der bis Recklinghausen Hbf fuhr. Unser Anschlussbus war gerade weg. Wie verhext. Also beschloss ich ein Taxi zu nehmen. Mit 100 km/h ging es nach Hause.