Freitag, 16. November 2007
FMO
Roma
15:20 Uhr – Es klingelt an der Haustür. Sylvia ist startklar und ich habe erst ein Bein in der Hose, keine Schuhe an, also kurz gesagt, ich bin noch nicht fertig.
Wir fahren über die A 43 und A 1 zum Flughafen Münster/Osnabrück. Unser Flieger hat Verspätung, laut neum Zeitplan soll der Start erst um 19:20 Uhr erfolgen. Nach 1 1/2 Stunden landen wir in Rom.
Nach einer kurzen Zigarettenpause vor den Türen des Flughafens machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Wir haben Glück. Am Bahnsteig steht das gerade der Ticketverkauf für den „Leonardo-Express“ offen hat. Wir ergattern zwei Ticket für je 11 Euro. Im Vergleich zu einer normalen Bahnfahrkarte (ca. 4 Euro) ist das zwar teuer, aber der Leonardo-Express geht Non-Stop zum Hauptbahnhof bei einer Fahrzeit von ca 35 Minuten. Der Regionalexpress hält dagegen an jeder Pinie.
Im Hauptbahnhof, kurz Termini genannt, ergatterten wir noch schnell zwei Panini Siziliana mit Pommes und einer Flasche Cola. Per Pedes ging es dann zum Hotel Romae in der Via Palestro. Ein Riesiger Eingangsbereich lag vor uns, unser Hotel lag im linken Flügel des Hauses und machte einen liebevoll eingerichteten Eindruck. In der Rezeption hangen riesige Bilder eines Künstlers, ähnliche Bilder hangen auch im Barraum und in unserem Zimmer. Von unserem Fenster aus schauten wir direkt in einen kleinen Innenhof der mit einem Baldachin überspannt und mit Korbsofas gemütlich eingerichtet war.
Mittlerweile war es weit nach dreiundzwanzig Uhr. Wir verschlangen heißhungrig unsere Panini, krochen mit dem Reiseführer und dem Stadtplan unter die Bettdecke und schauten nach was wir uns am nächsten Tag so anschauen wollten.
Samstag, 17. November 2007
Der Stadtrundlauf
oder der vergeudete Vino Rosso
Der Wecker klingelt, früh und viel zu laut…
Sylvia macht den Anfang. Es ist 7:00 Uhr. Ich drehe mich nochmals um – erfolgreich.
Frühstück bei Mama Angela (die ganz grimmig guckt). Kleiner Frühstücksflirt mit netten Herrn, sein Eheweib guckt mich „feindlich“ an.
Unsere heutige Route war: vom Hotel an der dt. Botschaft vorbei, Piazza della Repubblica mit S. Maria degli Angeli, amerikanische Botschaft, Hardrock Cafe, Treppe hoch, hin und wieder her, Via Ludovisi, Richtung spanische Treppe, Orientierungsverlust auf dem Weg zum Trevi Brunnen, Pantheon vor der Nase …
Sonnenschein
Nach dem Pantheon ging es zum Trevi Brunnen. Das Versprechen, der Wunsch wurde erneuert „Wir wollen wieder kommen“ … Das Pflichtprogramm absolviert … Geldstück in den Brunnen geworfen (Rom bedankt sich).
Mittags um 12:00 Uhr hatten wir somit unser Tagesprogramm erledigt. Wir buchten ein Zusatzprogramm. Die Grobplanung hierzu machten wir bei der teuersten Vorspeise unseres Lebens (2,5x Chianti, 1x Spagetti, 1x Lasagna, 2x Caffee macht 50 Öcken)
Wir schlenderten Richtung Tiber. Sylvia wollte den Fluß mit Wasser sehen, da bei ihrem letzten Besuch nur ein Rinnsal das Flussbett benetzte. Wir sind an den Ufern des Tiber entlang geschlendert, von der Ponte Cavour bis zur Isula Tiberina. Dort sichteten wir eine Bisamratte im Wasser, die verzweifelt versuchte in ihren Unterschlupf zu gelangen. Vorher gab es schon Möwen, Dohlen, Teichhühner und Kormorane zu beobachten.
Von der Tiberinsel ging es dann Richtung Collosseum, immer am Forum Romanum entlang (hier liegt auch die belgische Botschaft).
Am Colosseum kehrten wir für einen Kaffee (Capu und Caffee Latte) ein. Wir mussten unsere Füße schonen und die hereinbrechende Dunkelheit abwarten.
Ich habe Sylvia noch schnell die Funktion „Nachtaufnahmen“ auf ihrer Kamera gezeigt. Colosseum aus fast allen Richtungen fotografiert. Am Colosseum nahmen wir die Metro für unsere Heimfahrt. Vom Hauptbahnhof Richtung Hotel kauften wir noch schnell Kaltgetränke und einen Vino Rosso für den Abend. Wir waren geschafft und unsere Füße mehr als heiß gelaufen, also einfach: Kaputt. Geschafft. Fix+Fertig. Erledigt…
Um kurz vor 21:00 Uhr haben wir uns noch einmal aufgerafft um uns ein Lokal für das Abendessen zu suchen.
Es hatte sich gelohnt. Ein proppe-Volles Kellergewölbe … gefüllt mit Römern und Touristen … rechter Hand von unserem Tisch … ein spanisch sprechendes Paar … links, Engländer.
Sonntag, 18. November 2007
Petersplatz
englische Frage – schwyzerdütsch als Antwort
Nach dem Frühstück bei Mama Angela, räumten wir unser Zimmer, checkten aus und deponierten die Rucksäcke im Hotel bis zum Abend. Toller Service.
Wir liefen bis zum Busbahnhof, kaufen uns Fahrkarten, der Verkäufer hatte mal wieder Spaß an uns, wir sprechen zwar die Sprache nicht, aber geben uns gaaanz viel Mühe, der Rest ist Charme (im Urlaub immer dabei).
Wir nahmen den 64er (glaube ich). Der Bus Richtung Petersdom war brechend voll, aber das kannte ich ja noch von meinem letzten Rom Besuch 2005. Je näher wir dem Petersdom kamen, desto mehr leerte sich der Bus, viele stiegen schon vorher aus.
Der Petersplatz war noch überschaubar. Doch langsam aber sicher wand sich die Schlange der anstehenden Besucher um den ganzen Platz. Trotz dieser Massen, ging es relativ schnell an den Sicherheitskontrollen vorbei.
Wir wollten aber nicht in den Dom, sondern zur Sixtinischen Kapelle. Doch … mittlerweile kann ich es ja sagen, ich bin in Rom und die Kapelle ist nicht geöffnet. Vielleicht bekomme ich ja noch einmal eine Chance nach Rom zu reisen und Michelangelos Deckengemälde zu bewundern.
Ich wollte einen Schweizer Gardisten etwas fragen, wie spricht man die an? Italienisch, englisch? hoffentlich nicht französisch! Frag ich mal auf englisch – strahlt mich der Kerl an und antwortet doch glatt auf schyzerdütsch. Grrrr – äh – chrrr – zum anbeißen.
Wir liefen die Via di Porta Angelica herunter, machten auf der Piazza ein Raucherpäuschen und liefen zur Metrostation „Ottaviano -San Pietro“. Von hier aus fuhren wir zur Piazza del Popolo. Nachdem wir uns auf dem Platz getummelt hatten, stiegen wir zur Aussichtsplattform hoch (Monte Pincio).
Es war Mittagszeit und uns knurrte der Magen, wir beschlossen im Hardrock Cafe einen Happen einzuwerfen, so wie viele Römer und noch mehr Touristen. Doch bis dahin sollten wir noch einen weiten Weg beschreiten müssen.
Wir gingen zur Straße zwischen den „Zwillingskirchen“ und stellten uns an die Bushaltestelle. Blöd, wenn man da so alleine rum steht. Die einzigen die uns umzingelten waren Polizisten. Ob das wohl an den großen Limousinen mit dem CD-Kennzeichen lag, die vor den Kirchen standen?
Sonntags ist die Straße hier zum flanieren gesperrt – Busse fahren dann nicht hier. Also liefen wir weiter, an der Zentralpost vorbei, bis zur Via del Tritone, hier gab es unzählige Haltestellen. Wir mussten etwas suchen, bis wir eine/zwei Mögliche Linien hatten. Es dauerte und dauerte … da endlich, nach einer halben Ewigkeit kam unser Bus und direkt dahinter die zweite Linie – ein Baby-Bus. Sylvia und ich sahen uns an, grinsten … wir nehmen den Zwerg. Es gab ca. 6 Sitzplätze genug und ein paar Stehplätze. … Wir sind mit einem Zwergenbus gefahren!!!
Im HardRockCafe legte ich mir ein T-Shirt zu, so wie in NY und Berlin. Anschliessend liessen wir uns einen Riesenburger schmecken.
Zu Fuß ging es zurück zum Hotel, Rucksäcke abholen und dann zum Hauptbahnhof, den LEONARDO-EXPRESS entern und ab zum Flughafen. Im Express ist mir doch glatt die Kamera entgleitet, ich glaube ich war erst einmal Käseweiß. Zum Glück nichts passiert. Wir hatten unendlich viel Zeit, also bummelten wir durch die Geschäfte, tranken noch einen Café und gingen noch einmal vor die Tür, eine rauchen.
Ein gelungener Mini-Kurz-Trip! Und zum ersten Mal die Kamera ohne Festplatte unterwegs.