2008 Costa Rica

Planungsstand:
Der Urlaub ist eingetragen, die Anfragen sind gestellt. Es gilt noch zu klären ob wir ab Düsseldorf oder ab Amsterdam fliegen werden. Eine Woche Coronado und eine Woche Playa de Jaco, oder zwei Wochen Coronado mit einem Intensivkurs spanisch.

Gebucht! – Zwei Wochen Costa Rica, zwei Wochen spanisch intensiv, zwei Wochen bei einer Gastfamilie, zwei Wochen Coronado.

Der Flug bleibt unter 1000,00 Euro pro Person, die zwei Wochen kosten 813,00 Euro pro Person. Wir fliegen von Düsseldorf über Madrid nach San José. Von Amsterdam aus wäre der Flug über die USA gegangen und das kommt für mich nicht in Frage.

Unsere Reiseunterlagen sind da! Die elektronischen Tickets, die wir am Abflugtag, spätestens 90 Minuten vor dem Abflug, am Check-In Schalter vorlegen müssen.

LAL Sprachreisen hat uns eine kurze Information über das Land, die Schule und natürlich über unsere Gastfamilie geschickt. So wie es aussieht wohnen wir in einer Großfamilie mit Papagei, Katze und Hund.


Sonntag, 05. Oktober 2008

Abflug – ser o no ser
Düsseldorf – Madrid, Madrid – San José
Der Wecker klingelte um 03:30 Uhr. Murmeltierzeit! Um diese Zeit war Sylvia mit Toby schon zum Gassigang, ergo: sie sind keine Murmeltiere.

DUS – MAD: 7:50 Uhr
Trotz einer Hosentaschen-Entleerung, sowie anschließender Gürtelabgabe piept sich der Metalldetektor einen Wolf, also werde ich abgetastet. Nachdem mein Rucksack durch das Röntgengerät gerauscht ist, darf ich diesen nicht an mich nehmen. Was ist denn jetzt nicht in Ordnung? Mein Rucksack und ich werden herausgefischt!
„Sie haben eine Kamera dabei?“ – „Ja, eine Digitalkamera.“ – „Könnten sie die Kamera heraus holen?“ – Si, claro. Meine Nikon wird mit irgendwelchen Streifen „abgewedelt“. – „Bitte warten sie, dauert nur zwei Minuten.“ – Hm, was war das? Was passiert hier? Die Zollbeamtin kommt zurück. „Alles okay.“
Nun muss ich aber wissen was los ist. Also erkundige ich mich, was und warum ich bzw. meine Kamera unter die Lupe genommen wurde. Ich war in eine zusätzliche Sprengstoffkontroll-Stichprobe geraten.
Mit mir kann man schon schöne Flughafengeschichten erleben.

In Madrid war unsere Aufenthaltszeit relativ kurz. Wir sind mit der Untergrundbahn an das andere Ende des Flughafens gefahren, einmal für kleine Mädchen (pequeñas chicas) gegangen und ich habe mir ein Duftwässerchen gekauft.
Den spanischen Zollbeamten begrüßten wir mit „Bongiorno!“.

Eigentlich sollte der Flieger von Madrid um 12:05 Uhr abgehen. Die Reifen verließen um 12:45 Uhr die Startbahn. Nun warten wir auf unseren Rotwein! 13:40 Uhr Endlich! Etwas zu essen und zu trinken.
17:30 Uhr … wir fliegen … 19:00 Uhr … wir fliegen immer noch … Sylvia hat dos Colas y bocadillos besorgt. 20:38 Uhr … in San José ist es jetzt 12:38 Uhr (minus 8 Stunden).
Ach ja, wir fliegen immer noch. Santo Domingo haben wir gerade überflogen. Heute wird es, nach längerer Zeit, wieder sein, das mein Tag mehr als 24 Stunden hat.

13:40 Uhr – Ortszeit: Das Fressalien-Lager des A-320/300 muss vor der Landung noch geleert werden. 14:00 Uhr Eigentlich heißt es jetzt „Buenos días!“ 14:45 Uhr haben wir endlich den Flieger verlassen.
Wir hatten einen relativ ruhigen Flug mit Vino Tinto und spanischen Spielfilmen.

Costa Rica
Nachdem wir unser Gepäck vom Band gegriffen hatten, habe ich erst einmal ein paar Dollar in Colones verwandeln lassen. Vor dem Flughafengebäude wollte uns jeder seine Taxidienste anbieten. Doch ein kurzes „No“ hat meistens gereicht. Leider konnte ich unseren Transfer nicht erblicken, als mir jemand zum dritten Mal ein Taxi besorgen wollte, erklärte ich kurz, dass wir von der Academia Tica abgeholt werden. Wir sollten warten, er hilft uns. Kurz danach standen zwei Männer vor uns. Einer wies sich mit dem Logo der Academia Tica und einer Personenliste auf der unsere Namen standen aus.

Nach einer endlosen Fahrt durch die Vororte von San José kamen wir um 16:00 Uhr in Coronado an. Unsere Gastmutter Anto spricht nur drei Worte englisch, wir nur drei Worte spanisch. Mein großer Vorteil ist, ich verstehe eine Menge.

Zum Abendbrot gab es Maistortillas gefüllt mit pollo und dazu einen Salat. Hm! Anto kann echt leckere Sachen zaubern.
Wir waren fix und fertig! Um 19:30 Uhr Ortszeit lagen wir im Bett.

Montag, 06. Oktober 2008

Einschulung
Mi Camisa negra … lala lala lala … hier im Internetcafe läuft gute Mucke … Sylvia ist im Grundkurs mit fünf anderen Einsteigern – in meinem Kurs sind wir zu viert.

Morgens haben wir zwei von 8:00 Uhr bis 9:30 Uhr Gemeinschaftsunterricht in den jeweiligen Kursen. Ab 10:00 Uhr heisst es Sonderunterricht für uns beide … Pura Vida

Heute stand ab 10:00 Uhr der Besuch einer Finca organica (Bio Bauernhof) mit vacas, cerdas y cabras (Kühen, Sauen und Ziegen) hautnah an. Ab 13:00 Uhr Ausflug in die Innenstadt von San José – Rückfahrt mit dem Linienbus – abends sind wir todmüde ins Bett gefallen .. jou!!!

Zeitverschiebung: Kurz nach 5:00 Uhr waren wir hellwach.
Anto, unsere Gastmutter, hat uns ein Frühstück mit Kaffee, Toast, Marmelade, Früchten und Müsli gezaubert. Nach Einschätzung von Anto müssen wir um 7:30 Uhr los, um pünktlich an der Schule zu sein. Unser Schulweg ist ganz schön lang und bergig. Wir brauchten 45 Minuten – im Laufschritt. Trotzdem waren wir zu spät.

In einem Raum saßen schon alle TeilnehmerInnen und brüteten über DIN A4 Bögen. Alle so um die 20 Jahre. Die haben uns vielleicht schräg angeschaut. Wir beiden sind die Ortsältesten hier. Anhand eines Einstufungstestes und eines persönlichen Gespräches sind wir in Gruppen eingeordnet worden. Mein Einstufungsgespräch hatte ich bei Andrea, die uns die ganzen zwei Wochen als unsere Profesora in der Zusatzlektion „Pura Vida“ begleitete.

Sylvia und ich sind auf die zwei Kurse aufgeteilt worden.
In Sylvia ihrem Kurs sind sechs Teilnehmer, ihr Kursleiter heißt Ricardo. Ich bin bei Andrea. Wir sind zu viert im Kurs.

Nach den ersten zwei Schulstunden fuhren Sylvia und ich mit Andrea zu unserer ersten Exkursion. Eine Finca Organica, also ein Bio Landwirt.

Zum Mittag waren wir wieder in der Academia. Direx Alex scheuchte uns nach der Pause zu einer Informationsveranstaltung aus der uns Andrea rettete. Andrea fuhr mit uns nach San José. Wir bummelten durch die Straßen und tranken einen Kaffee. Zurück fuhren wir mit dem Bus. Leider hatte ich kein passendes Busgeld parat. Ich wollte mit einem Schein bezahlen, und das ging nicht so einfach. Ich musste hinter den Busfahrer treten und ihm den Schein zwischen zwei Stangen hindurch reichen. Warum? Keine Ahnung. Das Wechselgeld wurde mir genauso umständlich zurück gegeben.

In Coronada angelangt machten wir uns auf den Heimweg. Auf unserem Weg machten wir halt an einem Tante Emma Laden, Kiosk, Trinkhalle oder heißt der hier Onkel Pedros Büdchen. Unsere Colones waren rar geworden, aber wir benötigten etwas für unsere Kehle. Wir kauften „dos siete up“ was den Ladenbesitzer zu einem herzlichen, zahnlosen, Lachen verhalf. Dieser Laden sollte unser abendlicher Anlaufpunkt werden.

Sylvia musste noch Hausaufgaben machen. Yo no tengo tareas. (Ich habe keine Hausaufgaben) Aus Solidarität machte ich die Aufgaben mit.

Anto hatte heute Morgen erzählt, das es noch einen anderen Weg zur Schule geben soll, über eine Hängebrücke. Also machten wir uns vor dem Abendessen noch auf den Weg um diese Abkürzung zu suchen. Vergeblich. Die Straße endete an einer Schlucht.

Zum Abendessen hat uns Anto eine Reis-Bohnen-Hochzeit mit Fleisch zubereitet. Das Nationalgericht, Gallo Pinto con Carne. Wie immer zu den Essenszeiten unterhielten wir uns. Anto erkundigte sich, wie es mit der Schule lief, was wir alles gelernt haben und so ganz nebenbei schulte sie unsere spanische Konservation.
Wir verabschiedeten uns mit einem „Buonas noches!“ Anto wünschte uns eine“Gute Nackt.“
Wir übten noch Vokabeln und schrieben dieses Tagebuch fort.

Dienstag, 07. Oktober 2008

tres cocinas grandes
ab 10 Uhr haben wir unser bestes gegeben beim Kochen (Daumen sind noch dran – ätsch) … es gab ein tipico costa-ricanisches Essen … Reis mit schwarzen Bohnen (Gallo Pinto) und Zutaten nach belieben, el chile rojo es dulce, Koriander und Zwiebeln (dieses Wort können wir uns nicht merken) … Mittags hatten wir frei – Tour durch Coronado … vorher eine Stunde in der Bank verbracht … für nichts – nada!!! … nach kurzem Regenschauer haben wir eine Abkürzung zur Schule gesucht und gefunden … über eine Hängebrücke!!! Super!!! … Nun sitzen wir im Internet Café – hat etwas gedauert bis wir es fanden … und meine Admin-Seite musste ich freischalten lassen …. Und das mit Bueños dias und meinen drei Brocken spanisch, aber es hat geklappt. Yo hablo un pequeño español. Hago un problema con mi homepage

Um 7:10 Uhr verließen wir unser Heim und machten uns auf den Weg zur Academia. Kurz vor 8:00 Uhr waren wir auf dem Campus. Pünktlich wie die Maurer. Nach den ersten beiden Unterrichtsstunden in den Gruppen hatten wir auf dem Stundenplan „Pura Vida! Kochen mit Andrea“.

Rezept Gallo Pinto: Der Reis und die schwarzen Bohnen waren schon vorgekocht, Sylvia würfelte die Paprika und ich schnibbelte die Zwiebel in kleine Würfel und hackte den Koriander. Fett in der Pfanne erhitzen, Zwiebelwürfel andünsten, Paprikastückchen dazu geben, etwas später den Reis und die schwarzen Bohnen dazugeben und garen lassen. Den Koriander, wie alle frischen Gewürze, zum Schluss drub. Und nun der Geheimtip(p): die Kreation mit costa-ricanischer Salsa abschmecken. Bueno apetito! Ein netter Typ kam vorbei und blieb ein bisschen zum Smalltalk.

Gut gesättigt machten wir uns auf den Weg ins Dorf. Als erstes wollten wir „mal kurz“ zur Banco Nacional. Man kann die Bank nur einzeln durch eine Sicherheitsschleuse betreten. In der Bank muss man dann, je nach Anliegen, eine Nummer ziehen. Sylvia hatte die 499, ich zog meine Nummer vorher und hatte somit die 498. Relativ schnell wurde meine Nummer am Schalter 1 angezeigt. Die Bankangestellte verschwand mit meinem Pass und meiner Kreditkarte ins gesicherte Hinterzimmer. Leider konnte sie mir nicht helfen, ich sollte an der Plattform (Helpdesk) warten. Nach einer endlos langen Zeit riss mir der Geduldsfaden. Ich zog mein Geld am Automaten. Bei Sylvia und den Trevellerschecks lief alles glatt.

Ich brauchte einen Regenschirm und eine Regenjacke (meine hatte ich vergessen). Den Regenschirm hatten wir schnell gefunden, schließlich gehört der auch zur Grundausstattung. Nach langen suchen und einer anderen Wortwahl als es das Wörterbuch empfahl, fanden wir auch eine Regenjacke für mich.
Wir brachten unsere Schulsachen nach Hause und durften zum spielen wieder raus.Hausaufgaben? Las tareas machen wir doch immer abends!

Wir machten uns also wieder auf die Suche. Wir suchten einen kürzeren Schulweg! Heureka! Wir fanden ihn. Über eine schaukelnde Hängebrücke mit etwas älteren Planken und Rostbraunen Stahlseilen ging es über eine tiefe Fluss-Schlucht. Die Straße auf der anderen Seite führte uns, mit zwei kleinen Kurven, auf direktem, doch steilem Weg zur Schule.
Wir drehten noch ein paar Runden durchs Dorf, suchten und fanden einen Rucksackfür Sylvia und auch ein Internet Café wurde von uns erspäht. Also enterten wir einen Rechner und begannen unseren Onlinebericht für die Daheim gebliebenen.

Als wir nach einiger Zeit hochsahen, war es draußen dunkel und es hatte in Strömen geregnet. Auf dem Heimweg beschlossen wir für uns dos Cervecas mitzunehmen um die Hausaufgaben mit einem gemütlichen Bierchen abzurunden. Also steuerten wir unsere Bude an. Unser Tante Emma Ladenbesitzer erkennt uns prompt wieder. Nachdem er sich erkundigt hatte woher wir kommen, was wir machen und wie es uns gefällt sagt er das er nur spanisch mit uns reden wird, damit wir es besser lernen und weil er kein englisch kann.

basicós:
besar – küssen
abrazar – umarmen
Yo no me toques! – Fass mich nicht an!
una página web – Webseite

Mittwoch, 08. Oktober 2008

Freigang für die Schwererziehbaren
Hängebrücke – Sylvia hat sie tapfer gemeistert … basteln für Anfänger … Canopy: ich bin durch die Baumkronen geschwebt – die Waldfee in ihrem Element …

Heute früh sind wir zum ersten Mal über die Hängebrücke zur Schule gegangen, es war super schwül an diesem Morgen und sooo viel Zeit spart dieser Weg auch nicht.
Nach den beiden ersten beiden Unterrichtsstunden machten wir uns mit Andrea zum zweiten Teil unseres Unterrichtes auf, Pura Vida!

Basteln für Anfänger. Im Stadtteil Dulce Nombre von Coronado besuchen wir eine Malerin. Beim durchqueren des Hoftores demoliert Andrea das Hoftor und reißt sich fast ihre Stoßstange ab.
Drei Hunde begrüßten uns freudestrahlend. Wir bemalten Tontöpfe, kreierten eine Geschenktüte und Sylvia durfte noch einen Geschenkkarton basteln.
Andrea ihr Jeep wurde noch an Ort und Stelle repariert.

Zur Mittagspause waren wir wieder auf dem Campus. Wir genehmigten uns un bocadillo con Jamón y cheso, un cafe negra y un cafe con leche.
Nach dieser kurzen Verschnaufpause ging es zum Tageshöhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes. Canopy heißt das Zauberwort, das Sylvia und Andrea schlottern lässt und bei mir das Adrenalin in Schwingung versetzt. Hochseilgarten. Erst ging es mit dem Auto nach San José, weiter fuhren wir mit dem Bus, quer durch die Innenstadt bis zu einem Park. Auf diesem Gelände war einmal die erste Rollbahn von San José.

Nachdem ich das Beckengeschirr, den Helm, dicke Lederhandschuhe und das Rollenlager bekommen hatte gab es eine kurze Sicherheitseinweisung von Erik. In Absprache mit meinen beiden Begleitern gab es die Einweisung erst in Englisch, danach in Spanisch.

Über eine Fahrte ging es hoch hinauf in die Baumkronen. Hier oben war eine kleine Plattform angebracht. Um die nächste Plattform zu erreichen musste man die Seilrolle an das Drahtseil hängen, die Rolle wurde gesichert, man stieß sich ab und saß im Sicherheitsgeschirr mit dem man an der Seilrolle hing. Mit einer Hand musste ich die Seile der Rolle zusammenhalten, mit der anderen Hand steuerte man die Geschwindigkeit am Drahtseil (deshalb die dicken Handschuhe mit einem Bremsklotz). Rrrrapidooooo!
Die Tour ging über mehrere Stationen, darunter eine Hängebrücke die nur aus ein paar Planken bestand und einem super langem Teilstück über einen See. Hier musste man am Anfang eine sehr hohe Geschwindigkeit erlangen, damit man nicht auf halben Weg verhungerte und sich per Hand weiterziehen musste. Einer von meinen beiden Begleitern fuhr vor und einer hinterher. An der letzten Station, Sylvia und Andrea waren schon lange aus meinem Blickfeld entschwunden, wurde ich aus den Baumkronen abgeseilt. Zu Fuß ging es wieder zurück.

Sylvia und Andrea erwarteten mich sehnsüchtig, sie hatten Kaffeedurst und wollten aus dem Nieselregen raus.
Wie immer verabschiedeten wir uns in San José von Andrea und fuhren per Bus nach Coronado zurück. Es regnete in strömen.
Wir füllten unseren Rucksack noch mit einer Ladung Imperial grande bei unserem Büdchen Mann. 21:15 Uhr und wir sind platt.

Donnerstag, 09. Oktober 2008

Ein ereignisloser Tag
Test geschrieben … Museo de OroVolcanó Irazú 3432 m – jawohl, so hoch sind wir geklettert … und der Riese schläft nur …

Heute musste ich einen Test schreiben. Ob das wohl an den fehlenden Hausaufgaben lag? Sylvia hatte Glück. Sie hatte zwar auch keine Hausaufgaben, aber ihr Profesor Ricardo schrieb den Test erst um 10:00 Uhr, doch da machten wir uns mit der Aufsichtsperson unseres Vertrauens, Andrea, ins Goldmuseum.
Leider war ein großer Teil des Museums wegen Bauarbeiten geschlossen. Wir schauten uns die Goldexponate von früheren Kulturen an. Da wir einen Ausflug zu einem Vulkan gebucht hatten, hatten wir leider nur 1 Stunde Zeit. Wir wurden von Ricardo am Museum abgeholt und zum Campus gebracht. Die kurze Zeit bis zur Abfahrt reichte noch für ein „bocadillo con Jamón y cheso“ und para mujeres.

Eine kleine Gruppe von Studenten machte sich, per Bus, auf den Weg Richtung Irazú. Die Fahrt führte uns an Kaffee-, Zwiebeln-, Kartoffeln- und Möhrenplantagen vorbei. Der kleine Bus schraubte sich immer höher die Straße in die Berge und somit den Wolken entgegen.

Als wir den Vulkan erreichten, fing es – wie selbstverständlich – an zu regnen. Es pfiff ein kalter Wind über die Kuppe. Nach einem kleinen Rundgang am Kraterrand machten wir uns auf den beschwerlichen Aufstieg Richtung Gipfel.

Wir alten Damen mussten unterwegs zwei kleine Verschnaufpausen einlegen. Dafür wurden wir mit einer schönen Aussicht belohnt.
3432 m

Der Bus hielt noch an einem kleinen Restaurant. Während Sylvia Sozialstudien betrieb, ging ich auf Fotosafari. Die fünf Minuten Sonne wollten und wurden genutzt.
Völlig fertig sind wir an der Kathedrale ausgestiegen. Auf den Weg nach Hause ging es natürlich noch zu unserem Lieblingsbüdchen.
Anto hatte das Abendmahl schon auf dem Tisch stehen. Hmmmm, lecker.

Wir packten noch unsere Taschen für den Wochenendausflug nach Manuel Antonio und fielen ins Bett.

Freitag, 10. Oktober 2008

La viaje grande – Die große Reise
Vamos a la Parque Nacional Manuel Antonio … a la playa … hasta luego

Anto hat uns heute zur Schule gefahren, somit sparten wir uns das Taxi. Mit dem Gepäck wäre ich nicht den Berg hoch gekommen.

Heute stand das erste Abschlussgespräch nach der ersten Woche an und natürlich die Besprechung des Testes.
Sylvia durfte sich nach dem Abschlussgespräch mit ihrer Klasse ein Video über Costa Rica ansehen.

Ab 10:00 Uhr gab es wieder Unterricht für die schwer erziehbaren. Andrea bringt uns costa-ricanisches Benehmen bei.
Heute stand auf dem Programm: www.eroeffne-eine-eisdiele.com
Wir machen Eiskaffees. Alle anderen müssen wieder lernen gehen. 😉 Wir haben dafür die Geschichte der Entwicklung des Kaffeeanbaus und der Kaffeebohne gelesen.
Ich erzählte vom teuersten Kaffee der Welt (Schleichkatze).

Nachdem wir genüsslich unseren Eiskaffee geschlürft hatten ging es nach Coronado. Dort gingen wir zum Mittagessen in ein typisches costa-ricanisches Schnellrestaurant.
Wir bestellten Tamalcon cedro o con pollo – mit einem Glas Fruchtsaft. In einem Bananenblatt eingewickelt wurde uns unser Gericht serviert. Tamal ist eine Art Maisbrei mit Reis, Gemüse und Fleisch (entweder Schwein oder Huhn). Der Brei wird in das Bananenblatt gewickelt und darin gekocht. Es erinnert etwas an das zu weiche Innenleben einer Krautroulade.

Nach dem Essen verabschiedeten wir uns von Andrea, wünschten uns gegenseitig ein schönes Wochenende und machten uns auf den Weg zum Busbahnhof. Wir fuhren mit dem Bus nach San José bis zum Holiday Inn (wir mussten noch ein Stück laufen). Von dort ging es, nach einer kurzen Wartezeit, mit dem InterBus (Überlandtaxi) weiter. Wir mussten noch ein weiteres Hotel anfahren, dort stiegen zwei ältere, alkoholisierte Amis ein. Männerurlaub. Sorry, aber hier durfte ich meine Vorurteile pflegen.

Auf halber Strecke machten wir für 30 Minuten einen kurzen Halt. Hier stieg ein Pärchen ein. Die beiden hatten wohl einen kleinen Notstand. Smile. Die Amis stiegen in Jako aus. Nach einer Rekordzeit von ca. 4 Stunden erreichten wir unser Hotel. Es war mittlerweile Stockdunkel und der Regenwald machte seinem Namen alle Ehren.

Wir bezogen unser Domizil, packten aus und machten uns frisch. Danach gingen wir zum Speisesaal mit Bar. Wir fühlten uns die Bäuche mit Enchillada und Burillo dazu gönnten wir uns ein Imperial.

Buenos noche!

Samstag, 11. Oktober 2008

Parque Nacional Manuel Antonio
Ohhhh! Um 6:00 Uhr waren wir schon beim Frühstück. Die ersten. Ich glaube, selbst der Koch war noch nicht da. Unser Guide sollte uns um 7:10 Uhr abholen. Um 7:30 Uhr ging es dann los. Eine drei Stunden Tour durch den Nationalpark Manuel Antonio. Elias, unser Guide, hat Augen wie ein Adler.

Wir sahen: winzig kleine, bunte Grillen, Pizzateller große, blaue Mariposas, Perezosas bei der Hochzeitsnacht, Leguane in allen Farben, Größen und Geschlechtern, Fledermäuse beim Merenge tanzen, giftige Bäume, wunderschöne Buchten und Strände, wunderschöne Blüten von Blumen und Sträuchern die bei uns auf der Fensterbank ein kümmerliches Dasein fristen, Champagnerkelchpilze, Einsiedlerkrebse und Krabben.

Wir sahen keine: Monos und keine Tukane. Dafür kam eine Hirschkuh mit zwei Kälbern vorbei und wir sahen ein schlafendes „Stachelschwein“ im Baum.

Nach einer Erholungspause im Hotel fuhren wir mit dem Bus wieder zum Nationalpark und spielten selber „ich sehe was, was du gleich auch siehst“ und badeten bis zum Gewitter im Pazifik.
Im Regen stapften wir auf eigene Faust durch den dunklen Regenwald. Durchnässt, müde und glücklich gönnten wir uns eine heiße Dusche bevor es zum Cocktailabendbrot ging.
Piña Colada … frisch gepresst

Sonntag, 12. Oktober 2008

la dia de perezosas
pietschnass geworden … todo … vom Käppi über die Unterbuxe bis zu den Socken … der Rucksack wurde zum Aquarium / dafür hatten wir ein typisches c.r. Abendbrot … flache Riesenfrikadelle … hm, lecker

Heute durften wir – endlich – ausschlafen. Um 8:00 Uhr habe ich die Klospülung repariert und weil ich schon einmal wach war, hüpfte ich auch gleich unter die Dusche. Ausnahmsweise als erste. Sylvia döste noch.

Wir schlenderten zu einem gemütlichen mexikanischen Frühstück …das Klo gab ganz den Geist auf … ich bestellte an der Rezeption den Mann mit dem Pümpel. Mein letztes Quäntchen von Englisch Kenntnissen ist innerhalb einer Woche komplett weg gewischt worden. No comprende!

Da wir noch etwas Zeit zur Verfügung hatten, bis wir unser Zimmer räumen mussten und der Shuttle Service uns abholen würde, nutzen wir den Tag. Carpe diem! Wir erkundeten die Umgebung.
Endlich sahen wir unseren Dachpoltergeist. Auf dem Dach, direkt über unserem Zimmer, sonnte sich ein wunderschöner blauer Leguanmann.
Ein Hotelmitarbeiter zeigte uns ein schlafendes Faultier im Hotelgarten. Das Tier war jedoch so hoch oben im Baum, das ein Foto nicht möglich war. Wir streunten noch durch den Hotelgartendschungel. Dort entdeckte ich einen blau-grünen, taubengroßen Vogel.
Wir verbrachten noch etwas Zeit am Hotelpool in Gesellschaft einer amerikanisch-costaricanischen Gruppe. Nachdem die Gruppe den Platz verlassen hatte und wieder Ruhe eingekehrt war kehrten auch die Stimmen der Vögel und die scheuen Schmetterlinge zurück.

Als wir zusammen packten um Richtung Zimmer aufzubrechen, entdeckte Sylvia einen Flugdrachen. Ein kleiner Leguanmann mit Krone – ein Helmbasilisk – kam zum Sonnenbaden an den Pool.
Wir zückten unsere Fotoapparate und schlichen uns im Zeitlupentempo an. Eine kleine, zu schnelle Bewegung und weg war er.

Um 12 Uhr räumten wir unser Zimmer und machten noch einen kleinen Spaziergang vor dem Hotel. Der Bus war bis auf den Notsitz gefüllt. Als wir, in San José, am Holiday Inn ausstiegen, goss es in Strömen. Bis wir die Bushaltestelle erreicht hatten waren wir bis auf den Schlüpper nass (ein Schlüpper ist eine Unnerbuxe).

Der Regen hörte einfach nicht auf. In Coronado sind wir durch reißende Bäche von Regenwasser gewatet. Eigentlich wollten wir auf dem Weg nach Hause in einem Hühnchengrill einkehren, der hatte aber sonntags zu. Wir liefen wieder ein Stück zurück und kehrten in einem kleinen Soda Laden ein. Hier gab es Fleischspieße und andere Leckereien, die direkt auf einem Grill an der Straße zubereitet wurden.
Die Besitzer hatten echt Spaß an uns. Wir suchten uns eine Riesenfrikadelle aus. Diese wurde auf Salat mit zwei Tortillafladen serviert. Dazu gönnten wir uns einen heißen Kaffee.

Müde, aber frisch gestärkt ging es weiter zu unserem Bierlieferanten und dann weiter heimwärts. Anto kam gleichzeitig mit uns zu Hause an. Sie schlug die Hände über ihrem Kopf zusammen, als sie uns sah. Begossene Pudel wären geschmeichelt gewesen. Warum wir den nicht angerufen haben, sie hätte uns doch abgeholt.
Wir mussten ALLE unsere Sachen zum trocknen aufhängen. Es war ALLES nass,nicht nur was wir auf dem Körpern trugen, alle Sachen in den Rücksäcken, die Taschen, die Schulbücher. Die Wörterbücher hatten als einzige Gegenstände geschafft trocken zu bleiben

Montag, 13. Oktober 2008

Morgendliche Glätte ohne Eis
es hat die ganze Nacht geplästert … heute Morgen lag Coronado unter einer Wolkendecke … dafür haben wir uns heute eine Orchideenzucht angesehen … gleich geht es weiter auf eine Cafe Plantage …Hasta luego, hombres!

Es hatte die ganze, lange Nacht geregnet. Pünktlich zum „Schulwegbeginn“ hörte der Regen auf. Sylvia hätte sonst blau gemacht. An der ersten Straßenbiegung überkam mich ein Schwächeanfall. Ich rutschte auf dem Beton-Algen-Moosteppich aus und demolierte den Bürgersteig. Also zurück zum Haus und die Moos-Bux gewechselt.

Überpünktlich und verschwitzt kamen wir nach einer Stunde Schulweg an der Academia an. Heute roulierten die Lehrer und die Schüler. Sylvia bekam mi Profesora Andrea und ich Ricardo, zusätzlich kamen zwei „neue“ in meine Klasse.

Ein grauer Tag mit farbigen Klecksen.

Nach den ersten zwei Schulstunden fuhren wir zu einer Orchideenzucht. Freudig begrüßte uns der Golden Retriever Haushund Jack und natürlich freute sich auch die Herrin der Tausend Orchideen auf uns. In einem großen „Sommergarten“ (bei uns heißt es Wintergarten), luftig und überdacht, standen und hangen Orchideen aller Größen und Farben aus aller Herrenländer, dicht an dicht.

Leider sind wir auch hier zur falschen Jahreszeit zu Besuch. Die meisten Orchideen blühen von Januar bis Mai. Es blühten aber trotzdem noch ganz viele. Die kleinsten Blüten mussten las mujeres viejo mit der Lupe erspähen.

Am Nachmittag ging es zu einer Café Plantage hinter Heredia. Es regnete als wir über die Plantage stapften. Die Kaffeesträucher hingen voller grüner Früchte. Nach drei Jahren trägt der Strauch im Schnitt zum ersten Mal Früchte. Die Kaffeeblüten sind weiß. Das pflücken ist eine Knochenarbeit, sehr schlecht bezahlt und in den meisten Fällen sind es ausländischen Wanderarbeitern aus Nicaragua. Hier arbeitet die ganze Familie für einen Hungerlohn. Die Männer und Frauen sehen zwanzig Jahre älter aus, als sie sind. Keine Bildung, und mit Mitte zwanzig bis Anfang dreißig sind die Knochen (Rücken) kaputt.

Nachdem wir uns die Kaffeeanpflanzung angesehen hatten, ging es zurück zur Fabrik. Hier wird der angelieferte Kaffee gewogen, gewaschen, die Hülsen entfernt, gewaschen, an der Luft getrocknet und per Schaufel von den letzten Hülsen entfernt, gewaschen, in einer Maschine nochmals getrocknet und nach guten (für den Export) und weniger guten – für den heimischen Markt -sortiert und abgefüllt.

Geröstet wird der Kaffee immer dort, wo er auch getrunken wird. Im Importland, da jedes Land seine Bohnen anders röstet. Die Kaffeebörse befindet sich in London.

Als Souvenir bekamen wir ein halbes Kilo gemahlenen Kaffee.

Zum Tagesabschluss bummelten wir durch unser Dorf, erschreckten ungewollt die Einheimischen (ich bin ein Borg) und gönnten uns in einem Café den selben und dazu ein Stück Kuchen.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Happy hour – Cocktails am morgen – Pura Vida
Keine Lust auf den langen Schulweg … heute morgen haben wir uns ein Taxi zur Schule gegönnt … wir werden unsere Finanzlage prüfen, ob es für den Rest der Woche auch noch reicht … Ab 10:00 Uhr war Happy Hour mit selbst gemachten Cocktails angesagt… als erstes gab es einen Froozen-Banano und danach zwei Piña Colada … und das alles vor dem Mittagessen … für unseren freien Nachmittag habe ich ab 13:00 Uhr Sonne bestellt, denn wir wollten nach San José zu soziologischen Studien … tenemos helado – muy buena … die Kugeln werden hier abgewogen … also hatten wir 150 gr. Eis … danach ging es quer durch die Stadt zum Mercado Central … wir schlenderten durch die Gassen der Markthalle und haben in einem Fischrestaurant einen Imbiss zu uns genommen – les gustan pescado … natürlich haben wir auch etwas Kaffee gekauft … eine handvoll Muskatnüsse und Armbänder … mit dem Wetter hatten wir echt Glück. Danke für die Sonne. Taxis winkt man hier einfach ran, cool. Da wir keine Stunde zur Schule laufen mussten, waren wir die ersten. Das Taxi kostete 1300 Colones. Wir waren froh, dass uns niemand gesehen hat, Dekadenz lässt grüßen. Nach den beiden ersten Schulstunden, die wir in getrennten Klassen verbrachten ging es zum Praktischen Teil des Tages.

Cocktailstunde am Vormittag – Happy Hour – Pura Vida!
Als erstes stellten wir einen Froozen-Banana-Split con Rum her. Danach gab es zwei Piña Colada, laut Andrea „con mucho Ron„. Meines Erachtens waren es nur Fruchtsäfte, kein Rum zu schmecken. Wie in Manuel Antonio … grins.

Kurz nach 11:00 Uhr sagten wir „Hasta luego“ und machten uns auf den weg, nach Hause, die Schulsachen wegbringen, zur Banco Nacional, Geld holen und mit dem Bus nach San José zum shoppen, schauen und schwelgen.

Wir stiegen nach der Eisenbahn, vor dem Holiday Inn aus und schlugen uns Richtung Zentrum durch. In einem „Nep-und-Nippes-Mercado“ erstand ich die ersten Armbänder. Perfectalles en español geklärt. Wir schlenderten die Avenida Central bis zur Eisdiele an der Plaza Nacional hoch. Wir gönnten uns eine Tüte Eis. Cono triple. Jede Kugel wurde abgewogen und jede Kugel wird akkurat auf die davor gestapelt. Wir genossen unser Eis (Helado) auf dem „Platz der gurrenden Tauben“ im Sonnenschein.

Danach schlenderten wir weiter zur Markthalle. Hier erstanden wir Kaffee und Muskatnüsse und genossen ein spätes Mittagessen in einer der vielen Restaurantküchen der großen Markthalle.
Eingequetscht auf einer Kinder-Schulbank ähnlichen Campingtisch-Konstruktion mit Blick auf die Wand. Trotzdem – lecker war es. Krabben in Knoblauch und Fischfilet in Tomatensalsa für umgerechnet 9 Euro.
Ich fiel mal wieder auf, da ich Alltagsgegenstände fotografierte.
So gegen halb fünf machten wir uns auf die Suche nach einer Bushaltestelle für den Bus nach Coronado.
Zwei nette Polizisten konnten uns nicht helfen, aber ein Stadtstreicher gab uns den richtigen Tipp.

Unser zahnloser Bierverkäufer war heute nicht da.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

mucha lluavia a la noche y mas muchas lluvia a la dia
es regnet seit heute Nacht, die Waldwanderung haben wir abgesagt … Andrea geht gerne im Regen spazieren … ok … ich habe keine Trockene Hose mehr .. und die einzigen zapatos die ich schnell trocken bekomme, sind meine Flip-Flops … die eignen sich definitiv nicht für eine Wald- und Bergwanderung …
Demnächst mehr in diesem Teatro …

Es hatte die ganze Nacht geregnet, ach was schreibe ich da, GESCHÜTTET. Wir hatten gar keine Lust, bei diesem Wetter, zur Schule zu gehen. Pünktlich um halb acht hörte es auf zu regnen. Somit machten wir uns doch auf den Weg. An der Straße winkte ich uns ein Taxi ran. Cool. Um 10 Minuten vor 8 Uhr waren wir auf dem Schulgelände der Academia Tica.

Während Sylvia lernen musste schaute ich ins Internet (ein Teilstückchen davon) und bastelte ein bisschen an unserer Tagebuchseite herum.
Um 10:00 Uhr sollte es, laut unserem Stundenplan, in den Wald gehen. Regenwald. Aber es regnete in Strömen. Wir überzeugten Andrea dass es kein Wetter für eine Waldwanderung ist, erst recht nicht mit Regenschirm und nutzen die Zeit um eMails zu lesen, zu beantworten und weiter an unserem Tagebuch zu schreiben.

Um ca. 12:30 Uhr ging es nach Moravia. Dort gibt es eine Straße voller Nippes Läden. Wir bummelten durch die Läden und besuchten zum Schluss noch ein tolles Café mit Garten in einem Hof. Ein Hofcafé mit Sattlerei.

Nachdem wir uns von Andrea verabschiedet hatten ging es nochmals auf eigene Faust durch die Läden. In einem Laden entschlossen wir uns zu einem Großeinkauf. Bei den Preisverhandlungen an der Kasse handelten wir einen netten Rabatt aus, wenn wir bar bezahlen. Dafür mussten wir aber zum Automaten. Leider war ich dort nicht kreditwürdig. Grins
Auf der Rückfahrt waren wir uns überhaupt nicht sicher, ob wir im richtigen Bus saßen. Obwohl wir uns vorher erkundigt hatten.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Orgasmo
lluvia – lluvia – lluvia
Für 10:00 Uhr war lateinamerikanischer Tanz angesagt, aber wir konnten uns erfolgreich drücken. Da uns kein Ersatzprogramm in den Sinn kam, entschlossen wir uns Kaffee trinken zu gehen. Wir wollten zum Kaffa Cafe. Leider war es geschlossen. Nach einem kurzen Stop(p) an der Bank beschlossen wir, unseren Kaffee in San José zu trinken.

Andrea wollte uns noch auf eine Runde „Mercado Central“ begleiten. In der Markthalle machten wir an einem Soda (kleiner Laden) halt. Sylvia bestellte sich einen Kaffee, Andrea einen Cafe mit Tortilla con carne – wie immer – und ich …einen großen Möhrensaft. Frisch gepresst. Oh, war der lecker.

Andrea verabschiedete sich von uns um sich zuhause ihrer neuen Katze zu widmen. Wir drehten noch ein paar Runden. An einem Fischstand der zur Straße heraus mündete wollte ich ein paar Fotos machen. Plötzlich standen zwei Polizisten vor mir. Wir wurden, sehr freundlich, darauf hingewiesen, dass wir auf unsere Wertsachen aufpassen sollten und die Kamera am besten im Rucksack, vor dem Bauch geschnallt, aufzubewahren sei und wir so schnell wie möglich diesen Teil des Marktes verlassen sollten.
Wir folgten dem Rat der Polizisten und schlugen uns quer durch die Markthallen Richtung Haupteinkaufsstraße durch.

Meine Kamera war arbeitslos. Verbannt. Tief im Rucksack, dort wo es richtig dunkel ist, trauerte sie und weinte leise vor sich hin.
Da uns nicht der Schuh drückte, sondern unsere Blasen, sich gleichzeitig auch der kleine Hunger einstellte, kehrten wir in ein Restaurant ein. Leerten das eine und füllten das andere.
Danach machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle nach Moravia. Im Dauerregen hüpften wir in der Souvenirstraße in das kleine Hofcafé. Mit dem nächsten Bus ging es zurück nach Coronado. Hier schauten wir bei unserem Bierlieferanten vorbei und deckten uns mit flüssiger Nahrung für den Abend ein.

Zurück in unserem Casa machten wir uns an unsere Hausaufgaben. Die letzten!!! Und die Abschlussarbeit musste noch formuliert werden.

Freitag, 17. Oktober 2008

Orgasmo – Und ein schönes restliches Leben
Sonnenstrahlen weckten uns. Wie gewohnt fuhren wir mit dem Taxi zur Schule. Wir mussten wieder den Wochenbeurteilungsbogen ausfüllen und ich musste noch einen Abschlusstest schreiben.

Es gehört zum Ritual der Academia, das jeder der fährt eine kleine Dankes-Abschiedsrede hält. En espanol? Sí, claro en espanol! Von Ricardo bekam ich einen Abschiedskuss nach Tico Art. Nach unserem Pura Vida Plan stand noch ein Film auf dem Programm, aber ein kurzfristiger Stromausfall gesellte sich auf unsere Seite.
So gönnten wir uns noch einen Kaffee und schlenderten mit Andrea durch den Garten. Pura Vida Jardín!
Nach bestandenen Examen und der netten Verabschiedung von Leon: „Und noch ein schönes – äh – restliches Leben!?“ Stotter Meine Antwort: „Danke! Wir haben ja schon die hälfte hinter uns!“ machten Sylvia und ich uns auf den Weg nach Coronado.
Wir aßen Chicharrones (die großen Frikadellen) und Fleischspieße im Soda Laden an der Straße (Soda Carnes Ricas), kauften für Anto Blumen und packten unsere Taschen.

Abends fuhren wir nach San José. Wir wollten in eine Kabarettvorstellung mit dem Titel „Orgasmo“. Am Verabredeten Punkt holte uns Andrea mit José ab. Erst ging es in eine Karaoke Bar und dann in die Vorstellung. Wir haben Tränen gelacht.
Zurück fuhren wir mit einem Taxi, ich weiß nicht wo der lang gefahren ist, Irgendwie sind wir über Dulce Nombre endlich daheim angekommen. Müde und mit tausend neuen Eindrücken vielen wir ins Bett. Unsere letzte Nacht bei unserer Gastmutter.

Samstag, 18. Oktober 2008

Rückflug
SJO – MAD
Nach dem Frühstück wollten wir noch einmal nach Moravia, Kaffeetrinken, Bilder machen, Zeit tot schlagen. Anto fuhr uns hin.
Von Moravia sind wir dann mit dem Bus nach San José zum Holiday Inn gefahren. Hier nahmen wir ein Taxi zum Flughafen.
Leute beobachtet, im Zollfreien Raum gebummelt, gegessen, pullern, warten. Drogenhunde? Sprengstoffhunde? Eine Hundestaffel ging jeden Passagier ab.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Rückflug
MAD – DUS
Doppelter Zoll in Madrid
Die Landung in Madrid war ganz schön schräg. De Kiste rutschte weg.

Hier bummelten wir durch die Geschäfte, kauften Rum – Havana Club, 7 Anos-, Parfum, tranken Kaffee und warteten auf den Anschlussflug.

Dann wurde der Flug endlich ausgewiesen, aber nicht wie ausgedruckt in dem Terminalbereich wo wir waren, sondern in dem Bereich, wo wir herkamen. Auf einmal sprangen viele Leute auf, packten ihre Taschen und hasteten Richtung Untergrundbahn um ans andere Ende des Flughafens zu gelangen. Wir mittendrin. Eheleute stritten, Kinder schrien.

Angelangt am ausgewiesenen Ende des Flughafens, kam die Korrektur. Alles wieder zurück. Oh, nein. Wir hatten Zollfrei eingekauft, wir mussten nochmals durch den Zoll, Warteschlangen, Taschen leeren, Gürtel ab, Rucksackkontrolle. Rum!!! Einkaufsbelege hervorkramen, OKAY! Mit hängender Hose, Gürtel, Tascheninhalte, Rucksack auf halb acht, ging es weiter. …Puh!!!! Was für eine Hektik. Geschafft.