Cuba – September 2002
Ein Reisetagebuch
Hauptakteure: Birgit und Ernst
Veranstalter: BEUS-Reise
Montag, 09.09.2002
Düsseldorf – Madrid – Havanna
In Düsseldorf eingecheckt, Ernst seine „Schlafmaschine“ wurde bei der Sicherheitskontrolle genau unter die Lupe genommen. Okay, das innerste der Höllenmaschine sah schon sehr merkwürdige aus.
In Madrid nach der Landung erst einmal im Duty-Free mit „lebensnotwendigen“ Kleinigkeiten, wie z. B. Schokolade, Tabak und „Duftwässerchen für den Herrn“ eingedeckt.
Den Flieger in letzter Sekunde erreicht. Zum ersten mal sind wir schon von weitem freundlichst zum Flugzeug gewunken worden.
Ankunft in Havanna: 09.09.2002 (Ortsdatum/-zeit), bei uns daheim ist schon der 10. September.
Mit einem Taxi sind wird zu unserer Unterkunft gefahren und konnten erste Eindrücke über die Verkehrsbedingungen sammeln. Hupen ist wichtig, immer da fahren, wo gerade Platz ist, dem anderen Geschlecht freundlich hinterher schauen.
„La casa particular es muy bonita!“
Dienstag, 10.09.2002
09:00 Uhr aufstehen und frühstücken. Mit Marita erst mal alles organisatorisches geklärt (Reisepässe…). Marita gibt uns für den ersten Tag ein paar Tipps für Havanna.
Wir entschlossen uns dafür, erst einmal alles per pedes zu erforschen. Die Universität. Erster Besuch am Malecón.
„Die braun gebrannten Jungs waren klasse, per Anhalter; die Mädels wurden nicht mitgenommen“ Wenn Ernesto gefahren wäre, ER hätte sie mitgenommen. Die Felsenspringer von Acapulco – äh – Havanna.
La Coppelia – leider die Touri-Version; das bedeutet, das wir draussen Eis geschleckt haben – zu Dollarpreisen
Abends noch schnell mal einkaufen im Supermarkt „Rapido“, die ersten „Drinks“ – Cuba libre – no frío
Mittwoch, 11.09.2002
Havanna Altstadt
Bis 12:00 Uhr auf „unserer“ Veranda rum gelümmelt; Zu Fuß Richtung Paseo und mit dem Taxi in die Altstadt.
Von Trompete+Gitarre überfallen, es war warm wie Sau
In einer Eckkneipe bei Mojito in Salsa-Band als Applaus-Animateure aufgenommen; nach dem zweiten Mojito verschieben wir das Tagebuch schreiben auf später, könnte unleserlich werden)
später stellte sich heraus: Es waren mehr als zwei Mojito! und meine Schrift wäre nicht mehr zu entziffern gewesen ;-)))
Old Hemmingway im vorbeigehen besucht (el bogadito), Touri-Foto gemacht
Ernst sein Traum wurde war: Coco-Taxi (Moscito) gefahren. Als Fahrer hatte Ernst sich eine hübsche, nette Frau gewünscht….. und wie es sich gehört, auch bekommen.
Abends zum essen in ein „Paladar“ (privates Restaurant) gegangen. Anschliessend für ½ Stunde aufs Bett gelegt, morgens um 8 Uhr wach geworden.
Donnerstag, 12.09.2002
8 Uhr aufgestanden, Koffer gepackt, gefrühstückt, drei Stunden auf der Veranda rumgelümmelt, „zig“ gute Adressen für Casas particulares von Marita mitbekommen, sowie einen ganzen Haufen guter Tipps für die geplante Rundreise.
Für 12 Uhr war unser Taxi bestellt. – Das Taxi war viel zu klein für unsere ganzen „Plörren“. Wir mussten zu unserem Autovermieter nach „Villa Panamericana“. Auf der angegebenen Straße war nichts zu finden. Unser Taxifahrer hat im Hotel nachgefragt => kein Ergebnis, keine Ahnung.
Auf gut Glück, die erste Autovermietung angefahren und nachgefragt. BINGO -–gefunden. Den ersten Schock hatten wir verkraftet.
Den Leihwagen mit ca. 27 Litern – bei 47 Liter Tankinhalt – übernommen. Erst einmal geübt wie man mit einem Automatik Wagen fährt, bremst und dabei nicht die Insassen aus dem Fenster schleudert oder anschliessend innen von der Windschutzscheibe kratzen muss.
Anschliessend die Autopista No. Uno gesucht, nicht gefunden, wollten über die Berge kreuzen, nach 200 km Bergtour wieder dort rausgekommen, wo wir los sind.
Polizisten gefragt, endlich die Autopista „Numero Uno“ gefunden und LOS! – Nach exakt 270 km: rumpelt es, töff-töff, nichts geht mehr.
Kein Benzin mehr! Das hat man davon, wenn man nicht sofort volltankt und die Straßenbeschilderung fehlt.
Ahnungs- und hilflos, mitten im Nirgendwo, sind wir am Straßenrand gestrandet. – Watt nu?
Vorbeikommenden Fahrzeugen zuzuwinken, war nicht so der Bringer. Aber,… Auf der gegenüberliegenden Seite kommt ein Auto, wendet über die Grasnarbe (wie früher inner DDR) fährt zu uns ran und erkundigt sich was los ist.
Mit Hilfe von unseren spanisch und englisch Kenntnissen und viel von der internationalen Sprache „Hände und Füße“ den beiden Cubanern und der Cubanerin erklärt „watt los is“.
Frage der Cubaner: „Habt ihr einen Diesel?“ – „Nein. Benziner“ – „Kein Problem, dann fahre ich euch Benzin holen“ sagte der eine Cubaner, stieg in sein Auto und fuhr los. Bei Zigaretten und Dosenbier erklärte uns der andere Cubaner, das die nächste Tankstelle 30 km entfernt ist. Aber kein Problem für die Cubaner. Kaum war er wieder da, folgte die Befüllung unseres Wagens eine herzliche Verabschiedung und wir fuhren weiter.
Die nächste Tanke war dann unsere!!!! Mit vollem Tank, aber weit hinter unserem Zeitlimit machten wir uns auf den Weg nach Playa Girón.
- Fahre nie, wenn es dunkel ist
- Muss du irgendwohin, sch… auf 1.
Dank Maritas umfangreicher Sammlung privater Unterkünfte haben wir eine nette Unterkunft gefunden.
Hola! Hier ist euer Zimmer, habt ihr Hunger? Es gab leckeren Fisch, Salat, Reis und Bohnen-Soße mit „Hot-Stuff-Original“, dazu Cristal Bier und Zigis. Wie sich später herausstellte hatte unsere Unterkunft 3 Klima Zonen:
Kühlschranktemperatur im Schlafraum, einen Hau-um-Vorraum mit ca. 50 Grad und eine Saune mit eingebauter Dusche.
Freitag, 13.09.2002
Playa Giron
Endlich! Nach all dem Schlamassel ein ruhiger Tag. Jetzt wurde uns bewusst, „gestern“ war in Good-Old-Germany schon Freitag-der-13te, als wir sozusagen „auf der Strecke geblieben sind“.
Im Nationalpark Zapata Krokodile, tauchende Fischer, Seerosen, Truthahngeier und „komische“ Bäume gesehen. Die Füße erstmals ins badewannen-warme Sumpfwasser gesteckt. E. der Großwildjäger hat einen Fisch gefangen – hihihi – bestimmt soooo groß (3 cm???).
Das karibische Meer begrüsste uns mit seiner Farbenvielfalt in Bernstein, Türkis und Aquamarin-blau und-grün. An wunderschönen Naturstränden in und vor der Schweinebucht probierten wir das Wasser aus. – OK, danach mussten wir einen Geheimtipp gegen Sonnenbrand mehr als reichlich ausprobieren.
Sprit von „privat“ erstanden, für 20 US$
Abends waren wir wieder in Playa Girón. Unser Kühlschrank – äh – Schlafraum war entfrostet. Das war der erste Stromausfall auf Cuba, den wir miterlebten (es war auch nicht der letzte). Kein Luftzug, schweineheiss – lag wahrscheinlich daran, das die Schweinebucht nicht weit entfernt war – unsere Gastgeber sagten, das wir es uns auf der Veranda im „el balance“ gemütlich machen sollten. Es folgte ein Angriff von Killermoskitos, in 14 Sekunden 47 Mückenstiche, Ernst rüstete zum Gegenangriff auf – Bayer läßt grüßen – Autan wirkt wunder.
Endlich ist der Strom wieder da. Sofort fängt Viktoria an, den bestellten Loopster, zu kochen. Dazu gab es wieder die Bohnensoße, diesmal mit Nudeln drin. Sollte es vielleicht eine Vorsuppe sein? Egal, schmeckte auch als Soße mit Reis.
Samstag, 14.09.2002
Abfahrt von Playa Girón und ab auf den Weg Richtung Cienfuegos. Zum ersten mal haben wir den richtigen Weg auf anhieb gefunden. Einen netten Cubaner mitgenommen, der uns nochmals den Weg zeigte.
An einer Wegkreuzung einen cubanischen Mutantenochsen fotografiert. Ernst weigerte sich, sich daneben zu stellen. Das Vieh hatte mind. 2 m Schulterhöhe. Unsere erste Cohiba im Auto geraucht, durch weitläufige Bananenplantagen gefahren, cubanische Cowboys und schwer beladene achtspännige Ochsenkarren gesehen. Zu fotografieren hatten wir keine Zeit und wir sagten uns, das uns sowas noch hundertmal begegnen würde. Von wegen!!! Das war´s!!!
In Cienfuegos von netten Cubanern zu einer Wechselstube (la cambia) gebracht worden. Wir teilten uns. Ich stand an der Wechselstube – in der Dollarreihe – an und Ernst ging zurück zum Wagen
Nach einer halben Stunde anstehen musste ich feststellen das ohne Passaporte nichts geht. Völlig stinkig zurück zum Auto. Mein Leid geklagt. Rollentausch. Ernst stellt sich an, ich habe Zeit zum fotografieren.
Ernst lernt in der Schlange Hector kennen. Hector ist Englischlehrer, ein total lieber + netter Typ. Wir beschliessen in eine Eisdiele zu gehen, Hector liebt genau wie wir Schokoladeneis über alles. Er erzählt aus seinem Leben vor, während und nach der Revolution.
Bevor wir uns verabschieden schenken wir Hector noch unser Seifenvorkommen – Seife ist in Cienfuegos sehr schlecht zu bekommen und somit nicht nur Mangelware, sondern auch sehr wertvoll als Tauschware.
Auf den Weg aus der Stadt hinaus freuen wir uns, eine Stadt mit Hinweisschildern!!! Hier gehts nach Trinidad! Zwei Kreuzungen weiter, waren die Schilder wieder Mangelware.
An einer Hauptkreuzung zwei Jungs mitgenommen, die nach Hause nach Trinidad wollten. Bloss nicht sofort! Die beiden zeigten uns die besten Off-Road-Strecken im Gebirge zwischen Cienfuegos und Trinidad. Geröll- , Matsch- und 50%-Steigungsstrecken. Die beiden hatten wohl soviel Spass daran, das sie uns zwei Stunden durch die Berge und im Kreis fahren liessen.
Endlich in Trinidad angekommen, haben wir auch relativ schnell das Casa particulare von „Betty“ gefunden. Tolles Haus mit super tollem Innenhofgarten. Abends ging es zum essen – in Schlappen und ohne Geld – in ein privates Restaurant. Uups! Aber egal, wir haben dann später bezahlt, nachdem wir unseren Dollarmangel erklärt hatten. Später – bei warmen – cuba libres haben wir gut darüber gelacht. Typisch BEUS!
Sonntag, 15.09.2002
Von Trinidad aus ging es erst mal wieder ein Stück zurück Richtung Cienfuegos, diesmal auf der Küstenstraße. Wir wollten einen Botanischen Garten besuchen. Im Botanischen Garten sind wir von Schattenstelle zu Schattenstelle „gehüpft“. In der Sonne war es unerträglich warm.
Am Abend sind wir in Trinidad auf Fotosafari gegangen. Die untergehende Sonne ließ die Farben der Häuser warm wiederstrahlen.
Wir hatten unterwegs einen kleinen Snack genommen. Wegen Stromausfall fiel dann auch das Abendessen aus. In einer Ruine war eine kleine Bar eingerichtet worden, dort nahmen wir noch zwei kleine Absacker ein und genossen bei Mondlicht den Sternenhimmel.
Um ca. 21:30 Uhr lagen wir in der Koje und haben tief und „schwitzig“ geschlafen (Ohne Strom = keine Klimaanlage). Ab 24 Uhr gab es auch in Trinidad wieder Strom.
Montag, 16.09.2002
Abreise und Abschied von Trinidad und Betty
Wir machten noch einen kleinen Abstecher ins Internet-Café und ab ging es über Sancti Spiritus (hier war die Strecke ganz schön eintönig und Biggi durfte fahren) – Carmagüey – Las Tucas nach Bayamo.
Hier wurden wir von Ramón – dem Organisator der Stadt – erwartet.
Dienstag, 17.09.2002
Von Bayamo ein Stück zurück nach Las Tunas (ca. 20 km), dann Richtung Monzanillo. Hier haben wir ca. 5mal eine Stadtrundfahrt gemacht – sehr schöne Wohngegend – irgendwann haben wir dann intuitiv den richtigen Weg gefunden.
Küstenstraße gefahren – total toll – quer durch die Berge bei Regen (die Sonne meidet mich) – dann ca. 200 km Küstenstraße an der südl. Küste von Cuba – Steinküste mit schwarzem Strand
In Santiago de Cuba direkt von „Schmeissfliegen“ angeflogen worden – sehr lästig, da half auch kein deutliches NEIN-DANKE! Dies führte zu unserem Entschluss nur eine Nacht zubleiben.
Untergekommen snd wir bei Edgardo (Strohwitwer) und seinem Bruder Carlos. Lecker Rum + Bier getrunken anstatt Abendessen. Ich war ganz schön lecker tralala
Und fuhr besser als Ernst um die Löcher rum – vor dem Tralala – die in der Straße versteckt waren.
Mittwoch, 18.09.2002
An diesem Tag hatten wir die Grenze von Cuba erreicht. Ca. 50 km östlich von Santiago de Cuba beendete erstmalig ein Schlagbaum unser Weiterkommen. Wir mussten zurück nach Stg. de Cuba und uns einen neuen Weg nach Guantanamo suchen. Wieder das Problem mit der Autopista National und den Abfahrten. Aber ortskundig wie wir sind, kein Problem. Ernst bekam seine Erste Verwarnung von einem Autobahnpolizisten. Zu schnelles fahren auf der Autopista. Polizisten sind doch überall gleich, cool und unwiderstehlich!!!
Dreimal sind wir durch Guantanamo gekreuzt. Wie immer auf der suche nach einer Ausschilderung, oder einem Weg in die Richtige Himmelsrichtung. Und wie immer mussten wir zum Schluss feststellen, der erste Gedanke ist immer der beste. (Sch.. -fahrradfahrer, ich hasse sie)
Durch Küstengebiet, Wüste und über das Gebirge nach Baracoa.
als wir Baracoa erreichten, war es wieder einmal Nacht. (Ernst konnte Fahrradfahrer auch nicht mehr leiden – nachts, dunkel, keine Beleuchtung weit und breit und plötzlich ein Rudel Pedalenritter – auch ohne Beleuchtung)
Die Adresse unserer nächsten Empfehlung gefunden – bei „Walter“ – den Laden schmiss seine Frau. Leider war das Casa schon voll belegt. Die Vermieterin machte sich auf die Suche nach einer Unterkunft für uns (das ist das schöne an dieser Art des Reisens, ist das eine Casa particular besetzt, setzen sich die Vermieter untereinander in Verbindung und suchen einen freien Platz). Doch das gestaltete sich sehr schwierig, Baracoa wurde inzwischen bei Individualreisenden als Geheimtipp gehandelt. Es fand sich eine Unterkunft. Bei der Besichtigung passierte das, was wir schon kannten – Stromausfall. Egal, im Licht der Riesigen Batteriebetriebenen Lampe – geile Erfindung – sah das Haus – ein ganzes Haus mit Veranda für uns – passabel aus.
Wir gingen als erstes was essen bei „Walter“. Wir waren soooo kaputt das wir unsere Plörren nur noch ins Haus schafften und dann ins Bett gefallen sind.
Die Stories dieser Nacht schreibe ich später auf…
Do, 19.09.2002
„Gefreckt!!!“ Volle ölle inne Sch…. gepackt. Wir packten unsere Sachen, hatten gar keinen Hunger auf unser Frühstück, bezahlten, versuchten der netten Gastgeberin zu erklären was sie evtl. verbessern konnte und machten uns auf den Weg. Nur weg!!!! – Toller Geheimtipp!!!
Im Wagen überlegten wir uns, das wir so wie wir waren erst einmal Wasser benötigten. In der Nähe von Baracoa sollte es einen wunderschönen Strand geben, dort wollten wir hin. Doch alles schien sich gegen uns verschworen zu haben. Einbahnstraße – Fahrräder ohne Ende – 50 km für die „Fott“ gefahren – gedreht – gesucht – gedreht – GEFUNDEN. Endlich war das Glück uns wieder hold.
Der Reiseführer hatte nicht gelogen… ein toller Strand – „Karibik pur“, nichts wie ab ins Wasser und das unangenehme Gefühl loswerden. Danach haben wir nur noch Strand, Wasser, Sonne und das Leben genossen. eine Zigarre geraucht!
!Hola! die Waldfee, danach ging es zurück nach Baracoa. Das wäre doch gelacht.
Wir begaben uns wieder auf die Suche nach einem Casa particulare, die Adressen die wir hatten genügten unseren Ansprüchen nicht oder waren schon besetzt. Zurück zur „Stadteinfahrt“. Als wir in der vergangenen Nacht nach Baracoa gekommen sind ist mir eine Privatunterkunft aufgefallen, die wollten wir nun suchen.
Das Auge isst mit! Super Haus – einfach ein Glücksgriff – direkt am Meer.
Als erstes – nach dem Bezug unseres Zimmers – haben wir unseren Auftrag ausgeführt. Die Brille für Erikson abgeliefert! Ich hatte Pipi inne Augen! Da bringt man eine Brille vorbei und macht eine ganze Familie glücklich.
Wieso – warum – weshalb??? – wird noch ausgeführt, aber später nach diesem Grobentwurf.
Anschliessend waren wir noch in der „Stadt“, haben einen Mojito getrunken, der erste „Kräftige-Männer-Fanclub“ von Cuba wurde jauchzend ausgerufen.
Anschliessend noch unseren Hausstrand besucht, zu Abend gegessen und festgestellt das Baracoa immer eine Reise wert ist. Salud!
Nachtrag: Kulturelle Kontinentalverschiebungen zwischen Cuba und Australien festgestellt! Stammestreffen in Baracoa. Wir waren auch dabei!!! 😉
Wir hatten so einen fetten Sonnenbrand von unserem ersten Strandtag, das wir uns mit Charleens Weißer Neurodermitiscreme eingeschmiert hatten und aussahen wie Aboriginis.
Fr, 20.09.2002
Vor dem Wecker wach geworden. Auf dem „romantischen Hochsitz“ über den Dächern des Hauses beim Sonnenaufgang Karten geschrieben. Nach einem super-leckeren Frühstück mit Ei-Garage zu Erikson gefahren und seinen Brief für Deutschland abgeholt.
Weiter ging es Richtung Moa – es war eine Teststrecke vor Offroader, Schlagloch neben Schlagloch (Auzug aus Marco Polo Kuba: „…Die Fahrt nach Moa gehört zu den landschaftlich attraktivsten Strecken Kubas – leider sind etwa 70 km Schotterstraße,[…], nur etwa 40 km/h fahren kann.) Klaro doch, wenn man einen Audi A3 gemietet hat, unser Motto war und bleibt: „Wenn er datt nich mag, hätte er kein Auto werden dürfen!!!“
Industriegebiet durchfahren, Schwefel pur quol aus den Überlandleitungen die quer durch die Stadt führten und die Schlote rauchten grosse, dicke gelbe Wolken.
Aus Zeitgründen mussten wir unsere geplante Strecke etwas verkürzen, wir machten noch einen Abstecher Richtung Guardalavaca nach Bariay Parque Monumento Nacional, Monument zur Erinnerung an den 29. Oktober 1492, als Kolumbus erstmals cubanischen Boden betrat, 1992 entstanden. Auf dem Rückweg aus dem tausend-billionen-Mückengebiet (punkt sechs Uhr erfolgte die Attacke) haben wir uns verfahren – was auch sonst. Da hatten uns die Cubaner doch tatsächlich alle Straßen weggemopst (zwei hatten sie uns gelassen, hihihi).
Die nächste Lektion: wenn man nach den Weg fragt, nicht erst die Frage stellen, total falsch. !Hola, Senor! Donde está la/las/el/los sowieso? FALSCH! Man wird einfach überfordert, besonders wenn man versucht mit drei Brocken Schulspanisch cubanisch zu verstehen. – Also, erst einmal langsam einleiten: !Hola! Perdón senor, yo hablo soló un poquocito espaniol. – donde está… – das klappt, und man kommt mit den -antworten auch besser klar, die sind dann kurz und knapp und Sprache und Gestik sind leicht nach zu verfolgen
Nach mehrmaligen nachfragen haben wir dann den richtigen und schnellen Weg Richtung Holgúin genommen.
Als wir ankamen war es mal wieder dunkel. Auf den Dörfern verfahren wir uns, in den Städten haben fast immer eine Punktlandung hingelegt. Man muss halt als erstes das jeweilige Einbahnstraßensystem der jeweiligen Stadt verstehen, danach kann man da bestimmt blind fahren.
Unsere Adresse für das Casa war leider schon etwas älter. Da es sich für die Besitzerin nicht mehr rentiert hatte – Lizenzgebühren, Steuern usw. – hatte sie ihre Lizenz zurückgegeben. Obwohl das Haus von aussen aussah wie ein Verlies, war es traumhaft schön als man durch die hohen Holztore in den offenen Innenbereich mit Springbrunnen, einer ganzen Galerie von Schaukelstühlen und gefliesten Wänden und Böden eintrat. Die Hausherrin besorgte uns aber eine offizielle Unterkunft. Die war sehr typisch, die Hausherrin wohnte im hinteren Teil des Hauses und vermietete den vorderen Teil, Wohnzimmer, Küche, Bad und Schlafraum. Wir hatten ein „Bett-Syndrom“, als erstes wurde das Bett getestet (wenn man einmal Stroh hatte…), danach ging es in die Stadt zum essen.
Das Erlebnis sollte man dann doch gemacht haben, Ensalada a la chef = frisch geriebenes Kraut. Zum ersten mal haben wir ein Restaurant besucht.
Anschliessend in den Park gesetzt und einfach nur das Leben an uns vorbeiziehen lassen.
Aah! Das wichtigste vergessen, wir haben unsere ersten „richtigen“ Zigarren geraucht!!! 2 Stück für 7,80 $ (2x Romeo + 2xJulieta)
und während ich hier sitze, den Text „runterhacke“, dabei eine Montechristo geniesse, gedankenverloren Ringe in die Luft blase – Segelschiffe sind zu schwierig – fällt mir nur ein: I hold the picture deep inside my heart
Sa, 21.09.2002
Hormonumstellung!
Von Holgúin nach Morón, über Tunas – Camagüey – Avila
Vor Carmagüey haben wir versucht die Straße zur Küste zu finden, wir wollten an der Küste entlang fahren. Nach Norden gefahren das Kalkflussbett gesucht. Ohne Erfolg. Auf dem Rückweg Anhalter mitgenommen, die uns den Weg nach Camagüey gezeigt haben.
Ankunft in Morón vor Einbruch der Dunkelheit!
Unsere Unterkunft haben wir sehr schnell gefunden, doch auch hier war alles voll. Mit Castro eine Ersatzunterkunft gesucht. Die erste Möglichkeit war besetzt, die zweite Möglichkeit war ein riesiger Wohnsilo, die dritte Möglichkeit war besetzt, da blieb nur noch die vierte Möglichkeit bei seiner Cousine. Die hatte eine Lizenz und Platz, gelobt sei die Familie.
Die Unterbringung war gut, Gina+Roberto waren mehr als gastfreundlich, dazu kam das Gina uns am Abend nur eine Kleinigkeit machen könnte da sie ja so gar nicht vorbereitet war. ICH KONNTE DANACH NICHT MEHR!!!!! Das Essen bestand aus mehreren „Gängen“ in Massen. Damit uns beim Essen nicht langweilig wurde, setzte Gina sich dazu und erzählte. Das waren witzige Gespräche, mit Händen und Füssen in einem spanisch-cubanisch-englischen Kauderwelsch, doch wir lernten sehr viel über die Gegend, die Lebensweise, Familiengeschichte, Berufe und Jobs von Gina und Roberto.
So, 22.09.2002
Oh-Oh! In Alemana sind Wahlen. Kurz bevor die Wahllokale schliessen erreichen wir auf Cayo Coco den Playa Pilar – ganz am Ende der Cayo Guillermo. So einen Sand habe ich bisher noch nicht gesehen, das Wasser war direkt am Strand glasklar, ging dann langsam in einen immer dunkler werdenden türkis-Ton über, gefolgt von den verschiednen aquamarin-blautönen.
Am Himmel brauten sich Gewitterwolken zusammen
Ich kann übers Wasser laufen!
urz vor dem grossen Regen und der Mückenplage (Punkt 18 Uhr kommen die Mistvieher) haben wir den Heimweg nach Morón angetreten. Zwischen dem dunklen Blau des Meeres und dem blau-grauen Gewitterwolken konnte man einen langen, breiten rosa Streifen erkennen – tausende von Flamingos.
Auf dem Festland hatte es den ganzen Tag geregnet – das waren die Ausläufer des Tornados der im September auf Cuba tobte.
Da Gina Geburtstag hatte – wir wussten von nichts – gab es am Abend unseren ersten echten cubanischen Kuchen, super süss. Wir haben dann abends bei selbst gemachten Daiquiri ein cubanisches Würfelspiel gelernt, und eine Piano Performance eingelegt.
Mo, 23.09.2002
Früh aufgestanden, zur Bank, königlich gefrühstückt, Koffer gepackt und nach einer sehr herzlichen Verabschiedung von Gina und Roberto brachen wir auf um nach hause zu fahren, zurück nach Havanna!
Wir wollten eine andere Strecke zurückfahren als wir gekommen waren, in der Cuba Karte war eine grüne Strecke eingezeichnet, dies bedeutete landschaftlich besonders reizvoll. Da wir der Meinung waren, das die Hinstrecke nicht als besonders reizvoll gelten konnte, musste es noch eine Straße geben (falsch gedacht). Auf der Suche nach dieser „neuen“ Strecke kamen wir in unsere erste Verkehrskontrolle. Hier wurde kontrolliert woher wir kamen, wohin wir wollten, wo wir waren.
Warum? Da stecken politische Gründe hinter. Touristen „wohnen“ meistens in Hotels, seit der Liberalisierung von Kleinunternehmertum (ca ab 1995) und die Möglichkeit privat zu wohnen, muss jeder Vermieter, die Daten seiner Gäste (Reisepass-Nr., Personalien) in ein „Gästebuch“ eintragen. Hiernach wird abgerechnet und es kann nachvollzogen werden, ob man lückenlos unterwegs war.
Man wird es nicht glauben, wir haben uns verfahren, obwohl das kaum ging, bei nur einer Straße, aber wir wollten nicht umdrehen. Das war eine Offroad Strecke! Wir sind ca. 70 km durch Zuckerrohrfelder gefahren, die Straße verwandelte sich in einem verschlammten rostbraunen Feldweg (gestern hatte es den ganzen Tag geregnet), in einer riesigen Wasserkuhle wären wir fast steckengeblieben, der Schlamm stand bis zu den Türschwellen.
Danach ging es über Santa Clara, hier haben wir das Che Monument besucht, Richtung Havanna weiter. Auf der Autopista hätten wir fast einen Unfall gehabt, da ein Oldtimerfahrer am Lenker weggenickt war. In Havanna standen wir fast eine halbe Stunde vor einer Ampel, aus einer Behördeneinfahrt kam ein Polizeifahrzeug nach dem anderen, zum Schluss hatten wir ca. 60 Fahrzeuge gezählt.
Endlich wieder zu hause, bei Marita. Und Marita hatte auch ein Zimmer frei. Abends haben wir dann „Cuba Greenhorns“ mit zum Essen genommen. In unser Lieblingspaladar (das lag gleich um die Ecke, zwei Blocks weiter, Treppe hoch, durchs Wohnzimmer).
Danach haben wir unsere erste Zigarre auf der Veranda geraucht, im „el balance“ schaukelnd und immer ein volles Glas mit Havanna Rum dabei.
Di, 24.09.2002
Wir wollten nach Pinar del Rio, ins beste Tabakanbaugebiet der Welt. Wir hatten nur das nötigste mit, Fotoausrüstungen, Sachen für eine Nacht und einen gefüllten Reservekanister mit dabei. Der Rest blieb bei Marita.
Marita bleute uns nochmals ein vorsichtig zu sein, in diesem Teil von Cuba hatte der Tornado ganz böse gewütet. Wir sollten in den Bergen nicht über Wege fahren, die noch voll Gestrüpp waren, es könnte sein, das Stromleitungen noch nicht wieder hergestellt waren. Die Hauptverkehrsstraßen seien aber schon wieder geräumt.
Auf dem Weg nach Pinar del Rio, krachte es in der Reisegruppe ganz gewaltig, das führte dazu das wir über eine Stunde kein Wort gewechselt hatten und keiner eine rauchte (dann hätte man der jeweiligen anderen Person eine anbieten müssen oder fragen müssen, ob man ne Kippe haben könnte – nö!)
Auf der Autobahn hatten wir ein Schweineglück, wir wurden angehalten, das kam uns schon merkwürdig vor, vorsichtshalber verriegelten wir den Wagen. Im wilden Westen hätte man gesagt Wegelagerer, die die Situation mit dem Tornado ausnutzen wollten. Zum Glück kamen hinter uns Cubaner (ich vermute Zivilbeamte) die uns wegschickten und hinter den Wegelagerern hinterher sind.
In Pinar del Rio verloren wir die Nerven…
Dann sind wir nach Vinales gefahren, dort gab es immer noch keinen Strom, die Adresse die wir hatten fanden wir nicht, andere Häuser waren uns zu „merkwürdig“ und somit beschlossen wir – ab nach Hause.
An einem Obststand am Standausgang wollten wir ein paar Bananen kaufen. Wir probierten jeder eine Cocosnuss sofort und nahmen eine mit, wir probierten Ananas und nahmen eine mit, wir probierten Avocados und Pampelmusen und kauften eine halbe Bananenplantage. Wir und die Familie vom Stand hatten viel Spass.
Danach ging es über die Berge zurück nach Havanna. Marita staunte nciht schlecht. Zum Glück war unser Zimmer noch frei.
Mi, 25.09.2002
Der schönste Sonnenschein, der Taifun wütete inzwischen bei Holgúin. Wir fuhren raus zur Playa del Este, sozusagen dem Hausstrand von Havanna. Auf dem Rückweg machte unser Fahrbarer Untersatz Mucken. Abends gings noch kurz zum Einkauf.
Do, 26.09.2002
Wir legten einen gemütlichen Havanna Tag ein. Kauften Zigarren + Zigarillos ein (400), machten eine Fotojagd auf dieses Ungetüm von el autobús.
Abends genossen wir unsere Obst, die cocosnuss (hierbei ging ein Küchenmesser drauf) und natürlich eine Zigarre.
Fr, 27.09.2002
Ein ruhiger Tag.
Unsere Koffer gepackt, eine letzte Fototour zum Bauernmarkt und durch die Straßenzüge der Umgebung gemacht.
Um halb acht sollte unser Taxi da sein, 3 Stunden vor Abflug müssen wir am Flughafen sein.
Ich kann die Stadt heute noch in meiner Erinnerung riechen.